Die aktuelle Version 2.6 von WordPress steht seit geraumer Zeit zum Download bereit und eine ganze Reihe von neuen Funktionen haben die Version bereichert.
Ein Update auf 2.6.1 wird es in naher Zukunft geben, wobei eine Reihe von Bugs behoben wurden. Die Anzahl der Testuser vor jeder Veröffentlichung wächst nicht mehr so stetig wie noch zu Version 2.5, da die Updatezyklen sicher für den einen oder anderen User sehr schnell sind.
WordPress wird auch in Zukunft das Tempo hoch halten und auch das Team von WordPress Deutschland hat es nicht leicht an dieser Roadmap fest zu halten und die deutsche Version immer zeitnah zu bieten – denn, nicht vergessen, auch wir betreiben WPD nur in unserer Freizeit.

WordPress 2.5

Detaillierte Informationen zu der kommenden Version 2.7 sind aktuell nicht bekannt und auch wenn der eine oder andere darüber informiert, so steht allen Nutzern nur die Informationen im Codex zu den Versionen bereit oder etwas tiefer und informativer das Trac zu Version 2.7. Dort sind hinreichend Wünsche für die kommende Version hinterlegt und die Reihenfolge der Punkte kann als Umsetzpriorität angenommen werden.

Trotzdem wollen wir einen kleinen Einblick geben und informieren nun schon im Vorfeld ein wenig über die kommende Version 2.7 und deren Highlights.

Schaut man sich die Punkte näher an, so fällt auf, das WordPress, wie auch schon in den letzten Versionen, noch mehr auf Plugin-Lösungen schaut und den Code nicht neu erfindet, sondern integriert und eventuell verbessert. Die Community ist sehr stark und hat WordPress mit unter sicher zu dem gemacht, was es heute ist – ein Produkt mit schnellen Fixes und vielen Erweiterungen und Supportlösungen durch viele Nutzer. Sicher ist die Nutzung des Wissen einiger Pluginentwickler ein Schritt in die richtige Richtung und der Blick über den Tellerrand sollte auch von den Entwicklern des Core nicht vergessen werden.

http-API

In den aktuellen Releases des SVN kann man schon eine Reihe von Neuerungen anschauen, so steht die http-API zum Test bereit und bietet die fünf Klassen Fsockopen, fopen, Streams, Curl und die HTTP-Erweiterung. Für Entwickler kann ab nun damit gespielt werden. Ziel dieser Erweiterung ist eine Standardisierung der http-Requests.

Will eventually replace and standardize the WordPress HTTP requests made.

Aber auch für Nichtentwickler wird es eine ganze Reihe von Neuerungen geben, die man bisher entweder per eigenen Code oder Plugin lösen musste.

Kommentar API

Eine eigene API für den Bereich der Kommentare (Ticket). Damit gibt WordPress den Entwicklern von Erweiterungen und Desktop-Anwendungen ein mächtiges Spielzeug, denn diese können damit viel Komfort in die eigenen Anwendungen bringen.
Die Kommentare sind in vielen Blogs nicht weg zu denken und bilden die Diskussion zu den Beiträgen. Mit Hilfe einer API kann WordPress durch verschieden Tools auch diesen Bereich bedienen, was bisher lediglich dem Schreiben von Artikeln möglich war, wird so auch den “Kommunikationsherz” eines Blogs erlaubt und die Entwickler der Desktop-Anwendungen sind sicher dankbar.

Drop Down Menus im Adminbereich

Der Adminbereich soll ein Drop Down Menu bekommen (Ticket). Schon jetzt kann man es durch das Plugin Ozh’ Admin Drop Down Menu nutzen und dieses Plugin soll auch als Vorlage für das neue Menu im Backend genutzt werden.

Drop Down Menu Beispiel

Drop Down Menu Beispiel

the_content wird übersetzbar

Das deutsche WordPress Forum hat hier für eine Neuerung gesorgt. Unglaublich, ist doch die deutsche Community um WordPress kaum beachtet bei der großen Anzahl an Nutzern im englischen Sprachraum.

$more_link_text = __( '(more...)' );

Diese kleine Änderung im Code der Funktion sorgt dafür, dass man den more-Text endlich per Sprachdatei übersetzen kann. Bisher musste man immer den Template Tag an die jeweilige Sprache anpassen (Ticket).

Offline Cache für Firefox 3.1

Googel Gears ist seit Version 2.6 in WordPress verfügbar und kann WordPress beschleunigen und die Arbeit im Browser angenehmer gestalten. Ebenso steht damit WordPress offline zur Verfügung und bei neuem Online-Zugang könnten die Daten aktualisiert werden. Mit 2.7 von WordPress will man den Cache in Firefox nutzen und so noch mehr Potential aus der Gears-Technologie holen. Die Funktionalität will Firefox ab der Version 3.1 des Browsers ohne Add on implementiert haben und damit die Nutzung erleichtern (Ticket).

Neue Funktion get_plugininfo()

Eine neue Funktion die sicher für den einen oder anderen Nutzer sehr nützlich ist, denn endlich muss man keine eigene Funktion für die Informationen des Plugin mehr bauen. Die Funktion benötigt zwei Parameter und die Übergabewerte können dann beliebig genutzt werden (Ticket).

get_plugininfo($info, $plugin_filename)

Dabei können als erster Parameter $info die Werte:

  • url
  • version
  • path
  • name
  • title
  • description
  • author
  • authoruri
  • pluginuri

genutzt werden. Jeder Wert spricht sicher für sich und muss nicht näher erläutert werden.

Datenbank Funktion erweitern

Auch vorrangig für Entwickler in WordPress interessant – die DB-Funktionen sollen erweitert werden. Eigentlich schon in 2.5 angedacht, sollen sie nun in Version 2.7 kommen und den Zugriff verbessern (Ticket).

Neue XMLRPC API

Auch diese neue Bereicherung wird vorrangig die Nutzer von Desktop-Clients interessieren, denn über die neue API ist der Zugriff auf die Beiträge wesentlich komplexer und mächtiger möglich (Ticket).

Ausbau der Galerie-Funktion

Seit der Version 2.5 ist die Galerie-Funktion implementiert und wird nun weiter ausgebaut. Leider sind mit dieser Funktion Inline-Styles dazu gekommen und bisher ist nicht absehbar, dass man diese nun entfernt und den Zugriff im Head ermöglicht.
Ab 2.7 soll die Galerie dann das Blättern (Ticket) zulassen. Der Bereich “Beschreibung” wird als Caption genutzt ! Caption wird mit der HTML-Möglichkeit Definitionsliste erweitert und die div-Lösung steht optional bereit. Definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, wie wir auch schon in einem anderen Beitrag diskutiert hatten. Die Gallerie bekommt noch weitere Details zugesprochen – dazu das Ticket lesen.

OAuth

Eine der Prioritäten ist wieder der Punkt Sicherheit, der seit den letzten Versionen immer mehr zum Thema jeder neuen Version wird. In der kommenden Version von WordPress ist die Implementierung von OAuth vorgesehen. Das Blog von OAuth informierte.

Aber was ist das?

OAuth ist offenes Protokoll einer sicheren API-Authentifizierung in einer Standardmethode für Desktop- und Web-Anwendungen.
Mit OAuth können Nutzer fremden Webseiten Zugriff auf ihre Nutzerdaten einräumen, ohne ihr Passwort an Dritte herausgeben zu müssen. Die eigentlichen Abfragen werden dann über REST-APIs abgewickelt.

An open protocol to allow secure API authentication in a simple and standard method from desktop and web applications.

Eine ganze Reihe bekannter Seiten nutzen diese Form des sicheren Protokolls: beispielsweise Google, MySpace und Yahoo.

Mit der Unterstützung von OAuth erleichtert es WordPress, Applikationen für die eigenen APIs zu entwickeln. Entwickler können damit bei der Nutzerauthentifizierung auf die OAuth-Bibliotheken zurückgreifen. Damit stehen sie zur Verfügung und können auch mit anderen Diensten im Netz zusammenspielen, so dass mit dem gleichen Code mehrere Dienste angesprochen werden können. Was man damit macht, das wird sicher die Zukunft zeigen, aber die Standardisierung sorgt für ein einfaches und sicheres Händling in diesem Bereich.

Neues Backend-Design

Seit der Information zum Entwicklungsstand CracyHorse heben sich immer wieder Stimmen, die behaupten, dass es ab 2.7 ein neues Backend-Design geben soll. Nur so viel: Bisher gibt es keine offizielle Information dazu und die Version CracyHorse ist lediglich eine Studie. Im weiteren ist seit der Version 2.3 die Möglichkeit im Backend gegeben, dass man als User sein Backend-Design wählt. Eventuell könnte es also lediglich eine Erweiterung werden. Ebenso zeigt der Hinwies auf die Implementierung des Drop Down Menu, dass es dahin gehend keine Anstrengungen gibt und die umfassenden Neuerungen und Verbesserungen werden die Entwickler für die kommende Version sicher ausreichend einspannen.

Code-Säuberung

Die kommende Version soll Altlasten los werden, damit werden Inhalte aus dem Code entfernt, die keine Funktion und Berechtigung haben. Eventuell kann der eine oder andere damit ein Problem beim Theme oder Plugin bekommen, was aber sicher nur in sehr wenigen Fällen eintreten wird, denn dazu müsste der Entwickler Funktionen aus dem Core suchen.

Core und Plugin Update

Schon mit Version 2.6 sollte das Installieren und Updaten von Plugins und das Updaten des Core erleichtert werden. Ab 2.7 soll es nun tatsächlich zur Verfügung stehen, die Funktionen stehen schon jetzt im Core bereit und müssen lediglich eingebunden werden.

Dashbaord und MetaBox Widgets

Der Bereich Dashboard wird anpassbar, das heißt, der Anwender kann die einzelnen Widgets verschieben und benutzerdefiniert setzen. Ebenso können sie per Plugin oder Theme erweitert werden. Auch diese Funktion sind schon geraume Zeit im Core, wurden bisher aber nicht öffentlich umgesetzt.

Die Wartezeit ergibt sich wohl unter anderem daraus, dass man die Funktionen auch im Schreiben-Bereich nutzen soll – ab der kommenden Version können die MetaBoxen benutzerdefiniert gesetzt werden. Damit kann der Bereich an die eigene Bedürfnisse angepasst werden. Auch das Ausblenden von MetaBoxen soll ermöglicht werden, was einen Optionsbereich voraussetzt.

SyntaxHighlightning im Editor

Der Code-Editor im Backend bekommt ein Syntax-Highlightning und wird damit sehr benutzerfreundlich. Für Anwender, die gern und oft etwas live ändern, ist das sicher eine schöne Bereicherung. Eventuell kann man diese Funktionen dann gleich nutzen, um die Darstellung von Code im Beitrag schöner darzustellen.

Fazit

Mit diesem kleinen Ausblick soll der Einblick erst einmal enden und die vielen Neuerungen, die den Anwender betreffen werden wir eventuell in naher Zukunft ansprechen und näher erläutern. Vor erst sollen die Informationen vorrangig für Entwickler interessant sein. Ob und ob alle Neuerungen der Liste kommen, werden wir sehen und dann sicher auch vorstellen.