Mitte des Jahres wird WordPress 3.0 erscheinen, die Entwickler arbeiten schon mit viel Energie und Enthusiasmus an der Konzeption und Umsetzung des großen Versionssprungs.

Drei große Versionssprünge hat es in der Geschichte von WordPress gegeben und es ist erstaunlich was sich seit Version 1.0 alles getan hat und wohin die Entwicklung mit WordPress 3.0 gehen soll.

WordPress 1.0

WordPress 1.0 wurde am 3. Januar 2004 veröffentlicht, die Highlights dieses Releases waren die suchmaschinenfreundlichen Permalinks, die Möglichkeit einen Artikel unter verschiedenen Kategorien abzulegen, die webbasierte Installation und Aktualisierung, sowie die Kommentarmoderation. Was es sonst noch an Neuerungen gab, kann im offiziellen Entwicklerstatement nachgelesen werden.

WordPress 2.0

Am 31. Dezember 2005, also knapp zwei Jahre nach Version 1.0, wurde WordPress 2.0 veröffentlicht. Dieses legendäre Release wurde dem Jazzmusiker Duke Ellington gewidmet. Mit dem Start der 2er-Serie trat WordPress seine unglaubliche Erfolgsgeschichte an. Der Administrationsbereich wurde komplett überarbeitet und neu gestaltet, viele Funktionen liefen durch AJAX schneller, der WYSIWYG-Editior und Akismet wurden integriert, die Beitragsvorschau und Benutzerrollen wurden eingeführt und noch jede Menge weitere Funktionen fanden ihren Einzug in das System.

WordPress 3.0

Über vier Jahre nach nach Version 2.0 soll WordPress 3.0 veröffentlicht werden und wird aller Voraussicht nach mit spektakulären Neuerungen aufwarten. All zu viel ist noch nicht durchgesickert, aber was jetzt schon feststeht sind die folgenden Neuerungen:

Das Standardtheme Kubrick wird in Rente geschickt und die Nachfolge tritt „2010“ an. Bis auf den Namen gibt es derzeit allerdings noch keine Informationen zu dem neuen Standardtheme.

WordPress MU und WordPress werden vereint. Das bedeutet, dass die Funktionen von WPMU in WordPress integriert werden und die Entwicklung von WPMU eingestellt wird. Mit WordPress 3.0 soll es also optional möglich werden, beliebig viele Blogs anzulegen und zu verwalten. Darüber hinaus wird man die „social Network“-Erweiterung BuddyPress verwenden können. Die Entwickler sind schon dabei den WPMU-Code in die Entwicklerversion einzuarbeiten, in naher Zukunft soll eine Testversion bereitgestellt werden. Paradoxerweise wird die WPMU-Komponente in WP unter dem neuen Namen WPMS (WordPress Multi-Site) laufen. Für uns bedeutet das zudem, dass mit WP 3.0 unsere Schwesterprojekt WPMU.de eingestellt wird.

Core-Plugins werden eingeführt. Core-Plugins lagern Funktionen in Plugins aus, dadurch können die Benutzer selber entscheiden welche Komponenten ihr System enthalten soll und welche nicht. Damit wird einerseits dem Ruf nach einem schlankeren System Rechnung getragen und andererseits kann die Entwicklung einzelner Komponenten fokussierter stattfinden. Für jedes Core-Plugin soll sich ein Entwicklerteam zusammenfinden, dazu wurde eigens ein eigener IRC-Channel eingerichtet (#wordpress-core-plugins).

Welche weiteren Features, Veränderungen und Verbesserungen für WordPress 3.0 gewünscht werden, wird unter anderem in einem langen Forenbeitrag diskutiert. Wer an der Entwicklung interessiert ist, sollte den wöchentlichen Entwicklerchat im IRC (#wordpress-dev) nicht verpassen. Weitere News finden sich im im „WordPress Development Updates„-Blog

Im Beitrag „Setting Scope“ im Entwicklerblog wird auf die künftige Entwicklung eingegangen und das ein oder andere Thema angeschnitten. So soll in Zukunft ein Dreijahres-Zyklus zwischen den großen Versionssprüngen angestrebt werden. Bevor ein neuer Entwicklungszyklus gestartet wird, sollen die angestrebten Ziele genau definiert werden.

Konnte man in den letzten Jahren den Entwicklern noch vorwerfen die Community nicht besonders eng in die Entwicklung mit einzubeziehen hat sich das mittlerweile sehr stark geändert. Die Benutzer haben vielfältige Möglichkeiten sich mit in die Entwicklung einzubringen, Verbesserungsvorschläge zu machen und mit den Entwicklern und anderen Benutzern in Kommunikation zu treten.

Obwohl ich gerade hier im Blog nicht selten gehört habe, dass die Entwicklung von WordPress in die falsche Richtung geht, das System überfrachtet oder altbekannte Fehler mal wieder nicht gefixt wurden, kann ich der Entwicklung von WordPress nur Respekt zollen. Die Entwicklung dieses unglaublich erfolgreichen Open-Source-Projekts ist niemals stehen geblieben und die Weichen für die Zukunft sind gestellt worden. WordPress wird sich weiterentwickeln und wir alle können unseren Teil dazu beitragen.