Lange hat es wahrlich nicht gedauert. Keine 72 Stunden vergingen zwischen der Abschluss-Session des WordCamp Hamburg 2014 und der Ankündigung der Kölner Jungs und Mädels das WordCamp 2015 in der Domstadt austragen zu wollen. Wir haben uns mit Thomas Brühl und Sven Wagener unterhalten. Beide zeichnen für die Bewerbung Kölns verantwortlich und sind Teil des “WordPress Meetup CGN”.

„Weisser Rauch über Köln“ hieß es kürzlich auf Twitter. Erzählt uns mehr!

Thomas: Nachdem es auf der Abschluss-Session beim WordCamp Hamburg schon Äußerungen in Bezug auf ein WordCamp Cologne 2015 gegeben hat, schaute gefühlt die gesamte deutschsprachige Community in unsere Richtung. Alle wussten, dass wir während unseres Dienstags-Meetups eine Entscheidung treffen wollten. Und da ist mir die Analogie zur Papstwahl in den Sinn gekommen um unsere positive Entscheidung zu verkünden, das Abenteuer WordCamp Cologne 2015 angehen zu wollen.

Wann seid ihr auf die Idee gekommen euch für das WordCamp 2015 zu bewerben?

Sven: Die Idee kam auf dem WordCamp in Hamburg. Eigentlich wäre es an der Zeit gewesen, das WordCamp im kommenden Jahr im Süden Deutschlands auszutragen. Dort fand bisher noch kein WordCamp statt. Allerdings stellte sich heraus, dass die Meetups dort noch zu klein sind um ein solches Event zu stemmen. Daraufhin habe ich die Truppe aus Köln angesprochen. Wir einigten uns darauf, gemeinsam während unseres Meetups zu entscheiden ob wir uns bewerben möchten oder nicht.

Wart ihr euch schlussendlich alle einig? Oder welche Bedenken gab es bezüglich der Ausrichtung?

Sven: Das Interesse war auf jeden Fall groß. Allerdings wollten wir doch noch ein zwei Nächte drüber schlafen. Es ist doch schon eine große Verantwortung so etwas auf die Beine zu stellen. Schlussendlich stellten wir uns außerdem die Frage wie das ganze Punkto Finanzierung und Versicherung abläuft. Wie wir aber am Dienstag in Erfahrung bringen konnten, läuft die gesamte Abwicklung über die WordPress Foundation. Das ist großartig, da man somit nicht persönlich haftbar gemacht werden kann und die Foundation verantwortlich zeichnet.

So ein WordCamp bedeutet ja verdammt viel Arbeit im Vorfeld. Könnt ihr auf die Vorerfahrung Anderer zurückgreifen oder startet ihr wirklich bei Null?

Sven: Wir haben bereits die Unterstützung von den Machern des WordCamps in Hamburg zugesichert bekommen. Von daher haben wir Glück, dass wir uns nicht alles erarbeiten müssen. Da es aber für einige von uns das erste mal ist eine Veranstaltung in dieser Größenordnung zu organisieren, lernen wir mit Sicherheit alle sehr viel hinzu.

Thomas: Außerdem haben uns auch die WPCamp Macher aus Berlin von 2012/13 und die Veranstalter des WordCamp Cologne 2011 Ihre Unterstützung zugesagt. Auf diese Angebote kommen wir natürlich sehr gerne zurück.

Wie läuft eine Bewerbung ab? Anders gefragt: Welche Schritte stehen euch nun bevor?

Sven: Nachdem wir uns entschieden haben, im kommenden Jahr ein WordCamp ausrichten zu wollen, haben wir uns online bei der WordPress Foundation als Organisator beworben.

Thomas: Ich habe daraufhin eine E-Mail von Andrea Middleton von der Foundation erhalten mit der Einladung sich via Skype oder Hangout näher kennen zu lernen. Das Gespräch wird im Laufe dieser Woche (Anm. d. Red. Woche vom 23.-29. Juni 2014) stattfinden. Ich denke, dass die Foundation dann entscheiden wird, ob Sie uns in Köln die Organisation eines WordCamp zutraut.

Sven: Danach werden wir uns erst einmal zusammensetzen und alles weitere besprechen.

2013 fand das WP Camp in Berlin statt. Allerdings durfte es sich nicht „WordCamp“ schimpfen. Warum ist es so wichtig sich „Original WordCamp“ nennen zu dürfen?

Sven: Zunächst mal dürfen wir den Namen „WordCamp“ nicht nutzen, wenn wir nicht mit der Foundation zusammenarbeiten. Prinzipiell halte ich es für wichtig, dass wir diese Marke und die damit verbundene Infrastruktur mitnutzen dürfen. Zudem haben wir dadurch viele Vorteile. Nicht nur, dass die WordPress Foundation als Vertragsnehmer einspringt und wir damit ruhigen Gewissens schlafen können. Zusätzlich haben wir damit natürlich auch die direkte Verbindung zur Foundation sowie zu Automattic. Damit kommen wir auch leichter an wichtige Köpfe der Szene, die eine solche Veranstaltung natürlich deutlich interessanter machen.

Thomas: Ich halte es für sehr vorteilhaft auf vorhandenes Wissen aufzubauen und nicht jedesmal das Rad neu erfinden zu müssen. Die Foundation stellt einen breiten Fundus an Wissen und zahlreiche Organisationstools zur Verfügung. Außerdem wird die Sichtbarkeit des WordCamps in der WordPress Community deutlich erhöht und die Nachhaltigkeit durch Videoaufzeichnungen und Veröffentlichungen via WordPress.tv sichergestellt.

Eine letzte Frage: Angenommen es gäb noch andere Bewerber. Was ist euer Trumpf und warum gehört das WordCamp 2015 definitiv nach Köln?

Sven: Das ist uns vom Prinzip her egal, da WordCamps nicht an ein Land, sondern immer an eine Stadt gebunden sind. Allerdings haben nicht immer alle WordPress-Interessenten die Möglichkeit quer durch Deutschland zu fahren. WordCamps ziehen immer einen Kreis an Teilnehmern aus dem jeweiligen Ort an, die sonst vielleicht nicht gekommen wären. Von daher würden wir uns natürlich über weitere WordCamps in Deutschland freuen.

Thomas: Ich sehe in mehreren WordCamps auch kein Problem, halte aber einen zeitlichen Abstand von drei bis vier Monaten zwischen den Camps für sinnvoll. Dadurch können mehrere Camps für jeden Einzelnen interessant sein und es gibt keine allzu großen Termin-Konflikte bei verschiedenen Speakern.

Vielen Dank für das Interview, Sven und Thomas. Wir wünschen euch viel Glück, viel weissen Rauch und “en driefach kräftiges Kölle Alaaf”!

Das Interview führte Gino Cremer, @ginocremer, www.pixelbar.be

Nähere Infos zu unseren beiden Interview-Partnern

Thomas: Plattform Manager bei einer Versicherung. Bloggt nebenbei seit zehn Jahren mit WordPress und baut fleißig Websites für NGOs & Einzelunternehmen.

Twitter: @00Sleepy • Blog: http://her.ein.de/

Sven: Betreibt die WordPress-Agentur Rheinschmiede, ist seit 2006 begeisterter WordPress Fan und engagiert sich mit Leib und Seele im CMS-Garden.

Twitter: @svenwagener • CMS Garden im Web: cms-garden.org