Galileo Press ist kein unbekannter Verlag im Umfeld der Bücher rund um Themen des Web, im Bezug auf WordPress war es hier noch etwas still. Dies ändert sich nun, denn der Autor Alexander Hetzel hat ein umfassendes Handbuch zum Thema WordPress geschrieben. Einige Einblicke und persönliche Meinungen zum Buch und die Chance eines von fünf Büchern zu gewinnen und sich selbst ein Bild zu machen, ohne den Kauf zu tätigen, findet ihr in diesem Artikel.


Das Buch kommt mit rund 600 Seiten daher, kein Leichtgewicht. Es ist nicht übermäßig gestylt, sondern lebt von Inhalt und Bildern, die nie farbig sind. Es geht um Verständnis, nicht um Design. Die Spannweite des Inhalts beginnt mir der obligatorischen Erläuterung zu WordPress, über die Installation, die Oberfläche, die Anpassung und Erstellung eigener Themes, die Funktionen zum Blog-Nutzen, Seitentypen, Plugins und das Erstellen eigener Plugins, Suchmaschinenoptimierung, Sicherheit, Offline zu Online mit dem Projekt, Marketing und Tracking, Wartung und eine Reihe von Beispielen für die Praxis.

Nach den Einblicken in die Hintergründe und das Umfeld zu WordPress geht es mit der Installation los, am Beispiel einer lokalen Installation unter XAMPP auf einem Windows Client. Im Anschluss geht es direkt in die Oberfläche. Erklärungen aller Bereiche – für was und wie. Damit haben wir viel Inhalt abzuarbeiten und ab Seite 131 geht es direkt in die Arbeit mit Themes. Das “Programmieren” von Themes ist ab nun der Inhalt.

Ab hier wird es etwas unsauber, der Leser ohne PHP-Kenntnisse wird meiner Ansicht nach nicht abgeholt, die Vermischung von einfachen Markup mit weniger einfachen PHP-Funktionen und größeren Paramater-Arrays kann schwer werden. Allerdings hat dies den Vorteil, dass man nahe am WordPress Standard bleibt und nicht bei jedem Detail auf ein Plugin verfällt und dies einbindet. Die Screenshots der dabei entstehenden Site nehmen viel Raum ein, so dass man schnell voran kommt. Diverse Code-Bereiche sind recht umfangreich, hier fehlt die Syntax-Highlighting, was man am Rechner so schätzt. Aber dies ist nur bedingt störend, denn dem Buch liegt eine CD mit allen Daten bei. Insofern also ein Überblick, der aber Willen erfordert.

Was mich daran aber stört, ist der verlorene Blick auf die Standard-Themes von WordPress. Im ersten Blick wird ein Nutzer auf die mittlerweile recht komplexen Standard-Themes von WordPress schauen, da diese dem Download beiliegen. Hier findet sich ein Einsteiger nicht wieder. Ebenso werden Child Themes vergessen, die eventuell einen Kompromiss zwischen den komplexen Standard-Themes und eigenen Anpassungen geschaffen hätten.

Im Folgenden Kapitel steigt der Leser wieder in die Funktionen eines Blogs ein: Unterschiede, technische Besonderheiten wie Trackbacks und Permalinks. Ebenso werden prominente Beispiele genannt.

Nach diesem kurzen Kapitel geht es in die viel umworbenen Seitentypen. Die Custom Post Types sind das Ding seit Version 3.0 und werden mit vielen Möglichkeiten genutzt. Hier bekommt man einen ersten Einblick, Infos was und wozu diese Lösung bereit steht. An Beispielen wie FAQ, Events oder Fachartikeln werden die Möglichkeiten verdeutlicht um direkt in die Nutzung zu überführen. Das Registrieren der CPT steht an. Hier geht das Buch wieder etwas auseinander, da Funktionen genutzt werden, die im Vorfeld nicht erklärt wurden, dies auch jetzt nicht erfüllt wird. Damit kann der Leser dies zwar nutzen, erhält aber auch keinen besseren Mehrwert als bei einem Artikel aus dem Netz. Gerade da sollte ein Buch unterstützen, es besser machen. Ebenso vermisse ich die Verdeutlichung dieses Vorgehen, da alles im Bereich des Themes getan wird, sollten einige Worte nicht fehlen, warum und welche anderen Möglichkeiten es gibt. Der Gegensatz der Inkludierung via Plugin oder Theme ist hier wichtig. Die einzelnen Parameter der Funktion werden erläutert und ebenso wird die Lösung der Erweiterung von Meta Boxen erklärt. Im Anschluss kommt die letzte Neuerung seit WordPress 3.0 dazu – die Taxonomien, die das Thema rund machen. Damit steht dem Leser ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung.

Das Thema der Plugins und WordPress ist vielschichtig, das folgende Kapitel will den Leser daher hier einführen. Von der Erläuterung der Plugins, Vor- und Nachteile bis hin zu den Top 10 der Plugins wird man fündig. Die richtige Auswahl eines Plugins wird erläutert und es werden diverse Plugins empfohlen. Hier findet ein WordPress-Kenner die üblichen Verdächtigen. Über die Einschätzung einer Top 10 von ca. 15.000 freien Plugins sollte der Leser entscheiden, wie gut die Liste im Buch ist. Die Empfehlung von Akismet als AntiSpam-Lösung hätte jedoch einen Satz mehr verdient, da die rechtliche Form dieses Plugins nicht zu Ende diskutiert ist.

Nach diesem Ausflug geht es um die Erstellung eigener Plugins, Hintergründe, Infos und die ersten Schritte.
Hier sollte man nicht zu viel erwarten. Kurze Einführen mit einigen Zeilen Code sollen die Entwicklung fördern. Aber auf 25 Seiten wird man dazu auch nicht mehr unter bekommen, der Umfang im Bereich der Entwicklung braucht tiefere Einblicke.

Das Thema Suchmaschinenoptimierung ist wieder etwas umfangreicher und für den “normalen” Endanwender sollten die wichtigsten Punkte enthalten sein, so dass man seine WordPress Site auf einen guten Wege im Web schicken kann.
Das Thema der Sicherheit wird abgerissen, enthält alle gängigen Tipps und Hintergründe – überrascht aber auch nicht, da die Infos zu kurz gefasst und der Leser ohne Kenntnisse nur bedingt bewusst diese Tipps umsetzen kann.
Einige Seiten erläutern den Umzug der Entwicklung auf der lokalen Maschine auf den Server im Web und holen so den Leser ab, da er eingangs nur die lokale Installation unter XAMPP erfahren hat. Für den Laien fehlen die Hintergründe: FTP, Webspace. Damit wird es ein schweres die ersten Eindrücke online zu verarbeiten.

Ein umfangreiches Kapitel widmet der Autor dem Thema Marketing und Tracking. Der Erfolg der Website steht im Mittelpunkt und die Inhalte der folgenden Seiten sollen dabei helfen. Hier werden ebenso Tools zum Messen und Prüfen vorgestellt; der Rahmen ist im Context WordPress – Das Umfassende Handbuch sicher erschöpftend erfüllt.
Zum Abschluss erfahrt der Leser in einem weiteren Artikel diverse Tipps für besser Artikel im Blog und kann so dass erlernte umsetzen und messen.

Um dies alles am Leben zu halten ist das Thema der Wartung und Optimierung nicht vergessen, es schließt sich an und gibt Tipps im Rahmen der Datenbank, Revisionen, Caching und Update.

Die letzen rund 160 Seiten beschäftigen sich mit dem Praxisbezug und stellen Beispiel dar. So kann man Parallelen ziehen und die eine oder andere Lösung für sich umsetzen. Die Beispiele sind oft kurz erläutert, wie sinnvoll sie sind, mag der Leser beurteilen. Es erscheint mir jedoch etwas verwegen, dass WordPress ein CMS wird, in dem man einen Schalter umlegt und eine statische Seite als Startseite festlegt. Auch wenn ich weiß, dass die Definition CMS sehr verschwommen ist und WordPress in diesem Umfeld sehr schätze.

Fazit

Das Buch soll sich an eine große Zielgruppe richten – damit wird es schon schwer, denn der Inhalt wirkt wenig zielgerichtet. Man findet viele Informationen, in die Tiefe sollte man jedoch weniger suchen. Entwickler werden daran keine Freude haben, sie finden keine Antworten. Wer aber in das Entwickeln rein lernen will, der sollte bedient werden, er findet Ansätze für die seit WordPress 3.0 beliebten Custom Post Types – Seitentypen im Buch genannt. Aber über den Ansatz der CPT geht es nicht hinaus; die vielen bekannten Fragen und Sorgen der Anwender werden nicht beantwortet, es bleibt beim Ansatz. Gleiches erscheint mir in den Fragen der Technik am Blog, eigene Plugins und Themes. Über einen Ansatz geht es nicht hinaus und SEO und Marketing sind sicher in einem anderen Umfang besser aufgehoben. Die Praxisbeispiele können eventuell helfen, wenn der Inhalt auf das eigene Problem passt. Aber auch hier fehlen oft die Hintergründe, die zum Verständnis wichtig sind.

Danke

Dank geht an den Galileo Press Verlag, welcher fünf Exemplare des Buches zur Verlosung bereitstellt. Mitmachen kann jeder, der einen Trackback oder Kommentar zu diesem Artikel schreibt. Die Teilnahme ist möglich bis zum 12.02.2011, 23:59:59 MESZ.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden durch das Los bestimmt und per E-Mail informiert. Die Preise gelangen wenige Tage nach der Auslosung per Post zu den Gewinnern. Die erhobenen Daten werden an den mitp-Verlag nur zum Zwecke der Zusendung des Gewinns übermittelt. Die Lieferadresse muss innerhalb von 14 Tagen mitgeteilt werden, andernfalls verfällt der Gewinn und kann erneut verlost werden.
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